Draußen liegt der erste Schnee, Winterzauber erfreut das Auge.  Allerdings kommt beim Gedanken an den langen Weg ein beunruhigendes Gefühl hoch: Die Öffentlichen-Verkehrsmittel haben bestimmt Verspätungen oder sind gar komplett lahm gelegt.

Deutsche Verkehrsbetriebe wissen, dass spätestens im Dezember meist wieder  Schnee liegt, aber jedes Jahr passiert das gleiche Chaos: Warten an den Haltestellen bei Minusgraden und Fahren in überfüllten Bahnen. Also fährt man mit dem Auto. Ich habe Winterreifen auf dem alten Opel, denn es soll ja auch bei Glätte und Eis sicher sein.  

Im Allgemeinen  macht man sich kaum Gedanken über diesen ständigen Begleiter und weiß oft nicht, wie  er überhaupt beschaffen ist und was er alles leistet.  

 

Der Reifenaufbau:  So sieht es  von innen aus

Ganz einfach gesagt besteht der Reifen nicht nur aus Gummi, sondern  bildet zusammen mit der Felge das Rad des Autos. Die Autoreifen sind im Gegensatz zu Fahrradreifen schlauchlos und bestehen aus mehreren Teilen. So beinhaltet die Lauffläche das Profildesign bestehend aus Profilrillen- und Blöcken und erlaubt die Verzahnung des Reifens mit der Straße. Die Seitenwand des Pneus sorgt für den Schutz der Karkasse. Wulsten, die aus  Stahldraht bestehen, sorgen für die Verbindung zwischen Felge und Reifen. Die Innenschicht beinhaltet eine bestimmte Gummimischung und hat die Aufgabe, die Luft nicht nach Außen austreten zu lassen.  Sehr wichtig für den Aufbau des Pneus ist der Kern, beziehungsweise die Karkasse des Reifens, die aus einem Geflecht von Stahldrähten besteht. Man unterscheidet Reifen zweier Bauarten: Diagonal- und Radialreifen. Bei letzteren besteht die Karkasse aus Gewebelagen, die einen Fadenwinkel von 90 Grad haben. Beim Diagonalreifen dagegen spricht man von einem Fadenwinkel von ca. 20 bis 45 Grad. Heutzutage sind die Radialreifen im Umlauf, da diese spritsparender sind und höhere Fahrgeschwindigkeit erlauben.

 

Gleich und doch unterschiedlich

Eine große Rolle für das  Fahrverhalten der Reifen spielt die Beschaffenheit des Untergrunds. In mitteleuropäischen Ländern müssen Pneus Temperaturen von -15 bis +60 Grad überstehen. Für unterschiedliche Wetterbedingungen werden auch dementsprechend diverse Reifentypen entwickelt. Insgesamt unterscheidet man sie nach deren Einsatzzweck und Bauart. So gibt es also zum Beispiel  Sommer-, Winter-, Ganzjahres-, Geländer- und Runflat -Reifen. So werden Sommer- und Winterbereifungen für warme und kalte Wetterbedingungen jeweils extra optimiert. Im Vergleich zu den Pneus für die heißen Monate wird bei den Winterreifen eine weichere Gummidichtung eingesetzt, die auch bei kalten Temperaturen nicht verhärtet. So kann der Pneu besser mit der Straße verbunden werden und bietet guten Grip bei Schnee und Eis. Im Winter werden mehr Lamellen und Rillen vorausgesetzt, so dass Schnee und Matsch besser nach Außen abgegeben werden können und somit guter Halt gewährleistet ist. Bei  Geländewagen und SUVs wird ein grobes Profil benutzt, welches extra für unbefestigte Untergründe geschaffen wurde. Schließlich kann der Runflat-Reifen aufgezogen werden, um auch bei einer Panne noch eine Weiterfahrt von bis zu 300 km zu ermöglichen.

 

EU-Reifenlabel und Testberichte: Orientierung für Verbraucher

Für einen durchschnittlichen Autofahrer geht es aber oft nicht um die Beschaffenheit, sondern um Qualität und somit Sicherheit des Reifens auf der Straße. Als Hilfe und Orientierung bei der Auswahl soll das neue EU-Reifenlabel dienen, welches am 01. November 2012 in Kraft getreten ist. Dieses besagt, dass fortan alle Neureifen in Deutschland anhand von drei Kriterien – Nasshaftung, Kraftstoffeffizienz und externes Rollgeräusch – beurteilt und auf jedem Reifen sichtbar gemacht werden müssen. Es werden bei den ersten zwei  Kriterien Noten von A (sehr gut) bis G (schlecht) vergeben. Bei Rollgeräuschen werden die Schallwellstufen angezeigt: 1 für leise und 3 für laut. Auch diverse etablierte Reifentests, wie z.B. von ADAC  und Auto Motor Sport nehmen die Qualität der Reifen unter die Lupe, denn die Zusammensetzung der Materialien können zu erheblichen  Preis- und Qualitätsunterschieden führen. Insbesondere im Winter ist es empfehlenswert, auf die Winterreifen der Testsieger vom ADAC zu vertrauen. Eine große Auswahl an diesen findet man bei www.tirendo.de.