Felgen machen jedes Auto zum optischen Highlight: Ob aus Stahl oder Carbon, Alu oder Magnesiumlegierung, auf Hochglanz poliert oder lackiert setzen sie Räder effektvoll in Szene. Umso ärgerlicher ist es, wenn Felgen durch Bordsteine oder Steinchen beschädigt werden. Zum Glück muss nicht bei jedem Kratzer sofort der teure Fachmann ran oder eine neue Felge her – viele kleine Kratzer kann man auch relativ einfach selbst beseitigen.

So verschieden die Felgen, so deutlich weichen auch die Pflege und Reparatur der einzelnen Modelle voneinander ab. Grob zu unterscheiden sind dabei die Standardfelgen aus Stahl, die in der Regel mit einem Klarlack versiegelt sind von Leitmetallfelgen aus Aluminium- oder Magnesiumlegierungen (Stichwort: Reifenaufbau). Welche Felge und Felgengröße für ein Fahrzeug empfehlenswert ist, kann man online mit Hilfe eines Felgenkonfigurators und der Fahrzeugpapiere herausfinden.

Beschädigte Felgen müssen nicht sofort ausgetauscht werden, sofern es sich dabei lediglich um kleine, nicht allzu tiefe Kratzer und nicht um Risse handelt. Wie groß der Schaden tatsächlich ist, lässt sich in der Regel erst nach einer gründlichen Felgenreinigung mit säurefreiem Reiniger beurteilen. Kleine, oberflächliche Beschädigungen lassen sich durch Polieren oder Smart Repair ganz einfach selbst beseitigen. Welches Verfahren zur Anwendung kommt, hängt vom Felgenmaterial und dessen Versiegelung ab.

 

Kratzer durch Polieren entfernen

Sehr feine, oberflächliche Kratzer lassen sich in der Regel gut durch Polieren entfernen. Dazu ist es notwendig, zunächst die Versiegelung bzw. den Lack der Felge rund um die Beschädigung sorgfältig und vorsichtig zu beseitigen. Nach nochmaliger Reinigung können kleine Kratzer mit Polierschwamm und Felgenpolitur ausgearbeitet werden. Die Politur verbindet sich dank winzig kleiner Partikel mit der Oberfläche der Felge, gleicht minimale Unebenheiten aus und hinterlässt eine gleichmäßig glatte Oberfläche. Mit einer neuen Versiegelung (Nanoversiegelung oder Lack) glänzt die Felge danach wie neu.

 

Tiefere Kratzer mit Smart Repair entfernen

Tiefere Kratzer brauchen mehr als Felgenpolitur – hier kommt ein Smart Repair Kit zum Einsatz. Dabei wird die Felge gründlich gereinigt und das Areal um die beschädigte Stelle zunächst mit gröberem, dann mit feinerem Schleifpapier bearbeitet. Der nun schon etwas eingeebnete Katzer wird mit Spachtelmasse ausgebessert, deren Reste nach dem Aushärten abgeschliffen. Nach einer erneuten Reinigung können Grundierung, Felgensilber und Lack aufgetragen werden. Nicht geeignet ist Smart Repair für polierte Felgen, Chromfelgen und verdichtete Felgen.

 

Wann zum Fachmann – und wann gleich neue Felgen?

Tiefe und längere Kratzer lassen sich nur mit erheblichem Aufwand ausbessern und können sich zudem zu Haarrissen entwickeln, die die Fahrsicherheit erheblich beeinträchtigen können – sie sollten in jedem Fall von einem Profi behandelt werden. Felgendoktoren und Felgenkliniken sind neben Fach- und Tuningwerkstätten die richtigen Ansprechpartner. Schweißarbeiten bei größeren Schäden oder Verformungen dürfen grundsätzlich nicht an Felgen durchgeführt werden – jede Schweißnaht ist eine potenzielle Gefahrenquelle, insbesondere bei Leichtmetallfelgen. Weisen Felgen Risse und Brüche auf, hilft auch der beste Felgendoc nicht weiter und eine neue Felge muss her.

 

Fazit: Felgenreparatur bei kleinen Kratzern selbst durchführen

Kleinere Beschädigungen und Kratzer können Autobesitzer mit ein wenig Geduld und Geschick auch selbst reparieren. Ob das möglich ist und welche Methode dafür in Frage kommt ist abhängig von:

  • Felgenmaterial und Oberfläche
  • Tiefe der Beschädigung sowie der
  • Länge und Anzahl der Beschädigungen

Als Faustregel gilt: Geringe Schäden wie beispielsweise ein paar kleine, oberflächliche Kratzer können auch Laien relativ einfach entfernen. Tiefere und lange Kratzer sind keine reinen Schönheitsfehler mehr – und im Zweifel ein Fall für den Fachmann. Da sich verchromte, polierte und verdichtete Felgen nicht für Smart Repair eignen, kann man hier in Eigenregie lediglich feine, oberflächliche Beschädigungen auspolieren und ansonsten hoffen, dass der Felgendoc vor teuren Neuanschaffungen bewahren kann.